Bei der 29. Internationalen Datenschutzkonferenz vom 26. bis zum 28. September 2007 in Montreal, Kanada, treffen sich die unabhängigen Datenschutzbeauftragten aus aller Welt mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Ziel des
Treffens ist es, die Arbeit der Datenschutzbeauftragten im Kampf für das
Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung besser zu
verzahnen.
Die
Internationale Datenschutzkonferenz steht unter dem Motto „Privacy Horizons:
Terra Incognita“. An dem Treffen nehmen Vertreterinnen und Vertreter von 48
Datenschutzbehörden aus 32 Ländern teil. Von deutscher Seite reisen der
Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar und der Berliner
Landesbeauftragte für Datenschutz Dr. Alexander Dix an.
Schaar:
Datenschützer müssen über nationale Grenzen hinweg
kooperieren
Schaar
sagte: „Angesichts der weltweiten Vernetzung von Computern müssen auch die
Datenschützer über nationale Grenzen hinweg kooperieren. Nur so kann verhindert
werden, dass die Nutzer zunehmend Opfer von Betrug und Ausspähung ihrer
Privatsphäre werden. Unfaire und betrügerische Geschäftspraktiken im Internet
lassen sich nur durch eine verbesserte Zusammenarbeit der nationalen
Datenschutzbehörden bekämpfen. Sicherheitslücken in IT-Systemen müssen so
schnell wie möglich geschlossen werden und dürfen nicht etwa geheim gehalten
werden, damit Nachrichtendienste und andere öffentliche Stellen sie für eigene
Ermittlungsmaßnahmen nutzen können, etwa zur heimlichen
Online-Durchsuchung.“
Bürgerrechte wahren
Einen weiteren
Schwerpunkt bildet die Frage, wie im Kampf gegen den internationalen Terrorismus
die Bürgerrechte gewahrt werden können. Von besonderem Interesse wird dabei die
Rede des US-Ministers für Homeland Security Michael Chertoff sein. Schaar, der
auch Vorsitzender der Gruppe der Europäischen Datenschutzbeauftragten ist,
sagte: „Ich halte es für entscheidend, dass die USA entsprechend ihrer langen
demokratischen Tradition den Bürgerrechten wieder größeres Gewicht einräumen.
Viele Staaten orientieren sich an der US-Politik, auch im Hinblick auf die
Befugnisse der Sicherheitsbehörden.“
Thema:
IT-Sicherheit
Daneben wird
auch die IT-Sicherheit ein wichtiges Konferenzthema sein, insbesondere aufgrund
der zunehmenden Hackerangriffe auf Unternehmen, Regierungsinstitutionen und
Privatcomputer. Hierbei ist gerade die Schnittstelle zwischen Recht und Technik
von besonderem Interesse.
Quelle: Der
Bundesbeauftragte für den Datenschutz