Trojanerfrage mit im Gepäck bei Merkels Chinareise

Monatelang ist dem Bundeskanzleramt, dem Forschungsministerium sowie dem Auswärtigen Amt bereits bekannt, dass Trojaner zu Spionagezwecken auf deren Rechner geschleust werden sollten bzw. teilweise auch wurden. Man habe diese Angriffe entdeckt und laut aktuellem Spiegel-online-Bericht auch den Abfluss von rund 160 Gigabyte Daten verhindert. Allerdings würden weiterhin Versuche bestehen, die Bundescomputer auszuspionieren. Welche und wie viele Daten vorher schon kopiert wurden, ist nicht bekannt.

Deutsche Regierungsstellen haben bereits im Mai dieses Jahres zugegeben, dass Angriffe auf Bundesbehörden versucht wurden, die abgefangen wurden. Diese sollen aus China gekommen sein, aus Lanzhou, Kanton, Peking. Solche Angriffe sind bereits im Wirtschaftsbereich bekannt, hier ist einiges im Argen mit chinesischen Kopien ursprünglich deutscher bzw. europäischer Produkte. Doch dass es jetzt sogar immer wiederkehrende Angriffe auf z.B. Computer des Bundeskanzleramts gab, ist ein neuer Aspekt. Ein Regierungssprecher stritt laut Spiegel-Bericht Schäden ab, bestätigte aber große Probleme mit Trojanern.

Monatelang unbeachtet - jetzt auf dem Tisch

Rechtzeitig zu Angela Merkels am gestrigen Sonntag begonnenen Chinareise wirbelte das Nachrichtenmagazin Spiegel Wind auf – und brachte offizielle Stellen sogar dazu, dass Merkels Reise nicht nur den wirtschaftlichen Beziehungen im Allgemeinen nutzen soll. Neben dem Pflichtthema Menschenrechte hat sie nun indirekt auch den Auftrag mit auf die Reise genommen, solche illegalen Aktivitäten in Sachen Wirtschafts- und Regierungsspionage zum Gesprächsthema zu machen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte dem Spiegel gegenüber, Merkel werde im Rahmen ihrer am Montag beginnenden Asienreise mit chinesischen Regierungsvertretern intensiv auch über das Thema Schutz des geistigen Eigentums sprechen. Zu den aktuellen Angriffen wollte er sich aufgrund der Vertraulichkeit der Beratungen zwischen Nachrichtendienst und Vertretern der Regierung nicht weiter äußern.


Allerdings sind die Folgen, die Spionage bei Industriebetrieben hat, ebenfalls nicht unerheblich. Gerade im Mittelstand bedeutet das zum Teil enorme Verluste – häufig ohne die Chance, gegen die Datendiebe vorgehen zu können.

Quelle: Spiegel-online, ddp, dpa

 

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