Was ist „Bandy“ ?
 
Bandy gehört zu den Stockballspiel-Mannschaftssportarten und wurde ursprünglich auf Fußballplatz-großen Gras- oder Eisflächen gespielt.

Heute wird Bandy hauptsächlich auf Eis gespielt und kann am besten beschrieben werden mit einer Art „Feldhockey auf Schlittschuhen“,  - d.h. im Gegensatz zum bekannten Eishockey (bei dem man ja einen „Puck“, d.h. eine Hartgummischeibe benutzt), spielt man beim Bandy traditionsgemäß mit einem 6 cm großen Ball.
 
 

Der Neusser Schlittschuh-Klub – NSK hat nun schon seit Jahren eine eigene
Bandy - Abteilung, um diesen schönen Sport auch in Deutschland wieder bekannter zu machen.

Die NSK-Mannschaft - „NSK-Ducks“ - nimmt seit Jahren an internationalen Bandy-Wettbewerben teil.
 
 
 

Die Begriffe „Bandy“ und „Hockey“ wurden über Jahrhunderte für die gleiche Sportart benutzt:
  • für ein Mannschafts-Stockballspiel mit 11 Spielern,
  • mit gebogenen Stöcken als Schläger,
  • mit einem Ball, der in ein gegnerisches Tor geschlagen werden musste,
  • welches auf einem ca. Fußballplatz-großen Spielfeld ausgetragen wird,
  • und welches im Sommer auf Gras und im Winter auf Eis gespielt wird.

Anfang des frühen 19. Jahrhunderts trennten sich die Bandy- und Hockey-Wege:

Ende des 18ten Jahrhunderts ersetzte beim Eishockey ein sog. Puck (also eine Scheibe aus Hartgummi) den bis dahin beim Hockey und Bandy üblichen Ball. Außerdem wurde beim modernen Eishockey das ursprünglich 110 m x 65 m, Fußballplatz-große Bandy-Spielfeld auf ca. 60 m x 28 m verkleinert und Eishockey konnte somit witterungsunabhängig auch in den aufkommenden Eishallen gespielt werden. Kanadier entwarfen damals die ersten Regeln für das heutige Eishockey – die als sog. „Canadian-Rules“ (1860) – für eine Trennung der beiden Sportarten Bandy und Eishockey sorgten.

Viele Bandy-Clubs wechselten dann Anfang des 20ten Jahrhunderts ins Eishockey-Lager und der Bandy-Sport verschwand in vielen Ländern der Welt von der Bildfläche und geriet in die Vergessenheit. Nur in der ehemaligen Sowietunion und in Skandinavien spielte man weiter Bandy.
Erst mit der Gründung der International-Bandy-Federation – IBF – 1955, die seither alle 2 Jahre eine Bandy-Weltmeisterschaft ausrichtet wurde der Bandy-Sport ab Anfang der 70er Jahre wieder re-aktiviert und „wiederentdeckt“. Heute gibt es in Russland, in Schweden, in Finnland, in Norwegen, in den Niederlanden, in Ungarn, in Kasachstan, in Weißrussland, in den USA und in Kanada reguläre Bandy-Liga-Betriebe – d.h. man spielt wieder mit einem Ball. In vielen Ländern spielt man Bandy heute auch auf kleineren 60 m x 28 m großen Eisflächen, in Hallen, mit 6:6 Spielern und hat damit nicht mehr das Handicap gegenüber dem Eishockey. Die alle 2 Jahre stattfindenden Bandy-Weltmeisterschaften – meistens in Oulo-Tornio in Finnland finden aber traditionsbewusst weiterhin im Freien, auf 110 m x 65 m großen Spielfeldern mit 11:11 Spielern statt.

Heute kann man sagen:



Eishockey ist das Mannschaftsspiel mit dem Puck und Bandy das Mannschaftsspiel mit dem Ball.

und
Bandy das Mannschaftsspiel mit dem Ball.
 
Es gibt aber noch weitere Unterschiede:
  Bandy wird mit einem stark gekrümmten Schläger gespielt (Boomerang-ähnliche Form)
 
Eishockey hingegen wird mit einem weniger gekrümmten, fast gerade, abgewinkelten Schläger gespielt.

Kurze Eishockey-Regeln:
Eishockey ist ein schnelles Mannschaftsspiel, das in Kanada erfunden wurde („Canadian-Rules“).
Eine Mannschaft besteht aus 23 Spielern, jeweils max. 6 Spieler sind auf dem Eis, die versuchen den Puck ins gegnerische Tor zu treiben versuchen.
Der Puck besteht aus Hartgummi, ist 170 g schwer, Durchmesser 7,62 cm, Dicke 2,54 cm.
Das Spielfeld hat die: Länge 56-61 m, Breite 26-31 m, umgeben von einer 1,20m hohen Kunststoffbande mit abgerundeten Ecken.
Die beiden Tore sind 1,83 m breit und 1,22 m hoch.
Die Spielzeit beträgt 3 x 20 Minuten mit zwei Pausen.
   
Kurze Bandy-Regeln:
  Jedes Team kann bis zu 11 Spieler (reguläre Spieleranzahl) auf dem Eis haben – in Hallen (mit Eishockey-Spielfeld) wird jedoch heute nur mit 6 Spielern gespielt.
  Jedes Team hat bis zu 14 Spieler – von denen aber nur 11 (bzw. 6) auf dem Eis sein dürfen – 1 Torwart und 10 (bzw. 5) Feldspieler.
  Auswechselspieler können – ähnlich wie beim Eishockey - jederzeit ein- und ausgewechselt werden.
  Ein Spiel dauert 2 x 45 Minuten mit 10 Minuten Pause (die Mannschaften können sich auch auf 2 x 30 Minuten einigen).
  In Cup-Spielen kann es 2 x 15 Minuten Verlängerung und Penalty- bzw. Strafstoß-Schießen geben (17 m vom Tor entfernt, im großen Spielfeld).
  Bandy-Regeln entsprechen ansonsten fast den Fußball-Spielregeln.
  Der Bandy-Ball hat die Größe eines Tennisballs (6 cm Durchmesser) – er ist grell-orange, ist aus Plastik und hat ein Innenteil aus Kork (er ist wesentlich leichter und daher ungefährlicher als ein Eishockey-Puck).
  Spieler dürfen den Bandy-Ball nur mit dem Stock schlagen – aber der Ball kann mit dem Körper oder den Füßen gefangen werden.
  Der Torwart hat – anders als im Eishockey - keinen Bandy-Schläger – er fängt oder wehrt den Ball mit seinen Händen oder dem Körper ab.
  Ein gefangener Ball muss innerhalb von 5 sec sofort wieder an einen Feldspieler abgegeben werden.
  Der Torwart hat spezielle Handschuhe – die ähnlich denen beim Cricket sind.
  Das Spielfeld ist regulär 110 m x 65 m groß und entspricht damit dem eines Fußballspielfeldes.
  In Hallen – nur mit 6 Spielern – ist das Spielfeld ca. 60 m x 28 m groß.
  Das Tor ist 3,50 m x 2,10 m groß.
  Bandy wird im allg. im Freien gespielt – es gibt weltweit derzeit aber nur eine einzige Eishalle die für das „große Bandyspiel“ 110 m x 65 m geeignet ist (USA).
  Heute spielen aber immer mehr Bandy-Spieler in normalen Eishallen mit ca. 60 m x 28 m und nur mit 6 : 6 Spielern.
  Besonderheit: Wenn nicht mindestens 8 (bzw. 4) Spieler einer Mannschaft rechtzeitig zum Spielbeginn auf dem Eis sind, wird pro 5 Warteminuten ein Tor gegeben.

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