Sieger des Deutschland-Pokals im Eistanzen 2008 wurde das Neusser Eistanzpaar
Jana Werner und Tim Giesen vom NSK

Neuss/Dortmund 15.3.2008: Erst seit Mitte 2007 trainieren Sie zusammen am Olympia-Stützpunkt in Dortmund: die Deutsch-Russin Jana Werner (17) und der ehemalige Quirinus-Schüler Tim Giesen (19) aus Neuss. Bei den internationalen Grand-Prix-Wettbewerben im letzten Herbst konnten sie sich von Mal zu Mal verbessern und wurden dann bei dem ersten großen Meilenstein, bei der Deutschen Meisterschaft-2008 (3.-6.1.2008) in Dresden schon auf Anhieb Deutsche Vizemeister im Junioren Eistanz.

Wie im Fußball gibt es neben der deutschen Meisterschaft noch den Deutschland-Pokal der Eistänzer, jedes Jahr als Saisonabschluss. Sieger des Deutschland-Pokals-2008 (Dortmund 12.-16.3.2008) im Bereich Junioren Eistanzen wurden Jana Werner und Tim Giesen vom Neusser Schlittschuh-Klub e.V. (NSK) und krönten damit ihre noch junge Karriere.

Neuss/Dortmund: Der Wettbewerb begann bereits am Mittwoch 12.3.2008 mit dem ersten Pflichttanz-Wettbewerb, dem Wiener Walzer und mit den erzielten 12,05 Punkten übernahmen Werner-Giesen zwar die Führung, fühlten sich aber doch etwas unterbewertet. Mit dem zweiten Pflichttanz, dem Cha-Cha Congelado und mit weiteren 12,44 Punkten bauten die beiden Neusser die Führung aus, wenn auch nur knapp. Die Pflichttänze zusammen ergeben nur ca. 15% der Gesamtpunkte und es war somit nach dem ersten Wettkampftag noch alles offen.
 
Dann kam der Original-Tanz-Wettbewerb (abgekürzt OD bezeichnet - für Original-Dance). Der OD ist eine Kür mit weltweit vorgeschriebenen Elementen und die Musik und die Tanzinterpretation muss passend zu einem Thema sein. In der Saison 2007/2008 war das von der ISU vorgeschriebene Thema der Volkstanz. Werner-Giesen zeigten in Dortmund - wo in diesem Jahr der Deutschland-Pokal ausgetragen wurde - als Originaltanz eine Choreographie zu dem bekannten israelischen Volkslied "Hava-Nagila" und dem jiddisches Stück "Tumbalaleika". Vitali Schulz der NRW-Landestrainer meinte nach dem Auftritt "Jana und Tim haben den besten OD der ganzen Saison gezeigt, bis dann kurz vor Schluss das Malheur geschah ....". Kurz vor dem Schluss, wo der OD mit einer Einarmhebung beendet wird, kam Jana Werner ins Stolpern und auch Tim Giesen rutschte aus. Beide stürzten aufs Eis und das gab dicke Punktabzüge. Werner-Giesen bekamen für diesen Wettbewerbsteil nur 34,09 Punkte und die Konkurrenten Juliane Haslinger und Tom Finke aus Sachsen kamen mit 34,45 Punkte bedenklich nahe. Der Vorsprung aus den Pflichttänzen schwand langsam dahin. Man hatte 4 - 6 Punkte durch diesen Sturz "verschenkt". Es wurde eng und der Kürwettbewerb am folgenden Tag versprach somit große Spannung.
 
Jana Werner und Tim Giesen hatten bei der Kür dann zunächst den Heimvorteil, denn in der Dortmunder Eissporthalle trainieren sie ja täglich zwischen 3 - 5 Stunden (!) und die NRW-Sportfreunde waren zur lautstarken Unterstützung erschienen. Die Kür, eine auf dem Eis dargestellte Liebesszene zur französischen Musical-Version Romeo & Juliet von Gerard Presgurvic begann sehr gut, die Schrittpassagen, die Twizzels, die Hebungen .... alles klappte, doch dann kam das nächste Malheur: Der CD-Player der Eishalle streikte und der Sound hörte sich plötzlich eher nach dem Scratchen eines Techno-DJ`s an und nicht mehr nach dem Stück "Les Rois Du Monde" von Gerard Presgurvic. Jana und Tim mussten ihren Kürtanz unterbrechen, die Preisrichter beratschlagten wie sie nach dem internationalen Regelwerk weitermachen sollten, Ersatzgeräte wurden installiert und dann sollten die beiden - beginnend ca. in der Mitte der Kür - ihren Eistanz fortsetzen. Die Nerven lagen natürlich blank, die Konzentration fehlte, man musste sich auf dem Eis erst wieder warmmachen, stellte sich in Position und startete dann exakt an der Stelle, wo zuvor die Technik ausgefallen war. Dieser zweite Einsatz zeigte dann zwar ein paar kleine Wackler, aber mit 63,79 Punkten für diesen Wettbewerbsteil und somit gesamt 122,37 Punkten erreichten Werner-Giesen zwar nicht das beste Saisonergebnis aber den Siegertitel.
 
Jana Werner und Tim Giesen krönten den Schluss Ihrer ersten gemeinsamen Saison mit dem Siegtitel des Deutschland-Pokals 2008 der Eistänzer. 
 
Vitali Schulz, der NRW-Landestrainer nach dem Wettbewerb: "Dies war ein guter Abschluss der Saison. Jana und Tim haben ihre große Klasse unter Beweis gestellt. Auch wenn die Qualifikation für die erste Weltmeisterschaftsteilnahme nicht geklappt hat, auch solche Niederlagen muss man gemeinsam durchleben. Wir werden für die neue Saison tolle neue Programme ausarbeiten und dafür sorgen, dass Jana Werner und Tim Giesen als bestes deutsches Junioren-Paar sich gut international darstellen".  
 
Dies war auch zugleich der letzte Wettbewerb dieser Saison, die Küren, die Kostüme werden nun eingemottet. Ein neuer Originaltanz und ein neues Kürprogramm werden gerade für die nächste Saison aufgebaut. Der NRW-Eistanz-Landestrainer Vitali Schulz und der international bekannte Choregraph Dr. Rostislav Sinicyn aus Tschechien (der mehrere Paare aus der Top-10-Elite der nächste Woche beginnenden Weltmeisterschaft betreut) erarbeiten gemeinsam als Team das neue Programm für Jana Werner und Tim Giesen. Im Mai geht es dann eine Woche nach Moskau, bei den international besten Eistanzkostümschneidern werden die neuen Kostüme für die Saison 2008/2009 erstellt und die gibt es nun einmal traditionell in Moskau, der weltweiten Hochburg der Eistänzer. Nach zwei Wochen richtigem Urlaub in der Sonne geht es dann schon im Juni ins Intensiv-Trainingslager nach Finnland. Im Juli folgen dann Lehrgänge zur Vorbereitung auf die neue Saison in Oberstdorf und Ende August beginnt die neue Eislaufsaison schon wieder mit den internationalen Grand-Prix-Wettbewerben, bei denen Jana Werner und Tim Giesen wieder die deutschen Fahnen vertreten werden. Ja und dann beginnt Tim Giesen im Herbst auch noch sein BWL-Studium, denn die Zivildiestzeit ist nun zuende.
 
Natürlich werden in 2008 Jana Werner und Tim Giesen auch in Neuss zu sehen sein: Sie werden als Stargäste des neuen NSK-Märchens "Simbas Welt - der König der Löwen on Ice" auftreten. Die NSK-Märchen-Produktion läuft schon auf Hochtouren und wird dann im Advent 2008 wohl in 5 Vorstellungen wieder 15.000 Gäste in der Neusser Eissporthalle begeistern.
 
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

zurück