Jetzt zum ersten Grand-Prix nach Kroatien - Teilnahme ist alles!

Neuss 4.10.2005: Das erfolgreichste deutsche Nachwuchs-Eistanzpaar der letzten beiden Jahre, die Neusser Sportler Saskia Brall (15) und Tim Giesen (17), sind in diesem Jahr von der Nachwuchs- in die Junioren-Klasse aufgestiegen und müssen sich hier nun eigentlich wieder „von unten hochdienen“ – wie dies im Eislaufsport so üblich ist. Sie wurden jetzt aber bereits in die deutsche Junioren-National-Mannschaft berufen und müssen nun in Zagreb, in Kroatien, erstmals bei einem großen internationalen Grand-Prix die deutschen Farben vertreten.

Die intensive Vorbereitung hat sich für die Eistanztalente Saskia Brall und Tim Giesen gelohnt. Zuerst gab es einen Lehrgang mit allen Bundeskadersportlern im Bundesleistungszentrum Oberstdorf im Allgäu. Dann waren Saskia und Tim in den großen Schulferien mit anderen Bundes- und NRW-Kaderläufern im Trainingslager in Willingen im Sauerland, weil da die Eissporthalle auch im Sommer zum Training geöffnet hat. Dann folgten noch zwei Wochen Sommer-Intensivtraining mit bis zu 10 Stunden pro Tag unter dem Trainergespann Vitali Schulz und Dr. Rotislav Sintsyn im Olympiastützpunkt Dortmund, um vor allem die neue Kür - ein Medley aus skandinavischer Folk/Rock-Musik - einzustudieren. Auch das Training und die Choreographie eines neuen Originaltanzes wurden nicht vergessen, wo die Zwei zu Rumba und Samba auf dem Eis unterwegs sind. Auch mehrere, jedes Jahr neu festgelegte Pflichttänze wie Quickstep, Pasadoble, Westminster Walz oder der Austrian Walz müssen in der neuen Saison gezeigt werden und ein intensives Training war daher angesagt. Nicht zu vergessen: ein ganzer Set von neuen Kürkostümen mussten bei einer Spezialschneiderin mehrfach anprobiert und erstellt werden: vom Frack & Walzerkleid, bis zu einer futuristischen Kürkombination, die passend zur Musik eine Nordlicht-Atmosphäre andeuten soll.

 

Zusätzlich absolvierte das NRW-Team noch ein Vorlaufen vor dem international tätigen Preisrichter Dr. Pipoh und dem Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), Udo Dönsdorf aus München. Nachdem dieses zur Zufriedenheit absolviert wurde, kam die offizielle Kunde, dass Saskia und Tim dieses Jahr schon am Junioren-Grand-Prix teilnehmen dürfen. Dieser Grand-Prix wird von der "ISU" – der International Skating-Union - als internationaler Dachverband aller Eislaufnationen jährlich veranstaltet. In acht verschiedenen Städten - über den ganzen Globus verteilt - misst sich hier die Eislaufjugend der Welt. Mit Ausnahme der Bestplatzierten des Vorjahres und des Veranstalterlandes dürfen nur jeweils ein Paar oder Einzelläufer/in pro Nation und Kategorie teilnehmen.

 

Bei derzeit fünf Bundeskaderpaaren – dies ist die gesamte deutsche Nationalmannschaft - ist diesmal also auch für Saskia und Tim schon ein großer Auftritt dabei: Die DEU entsendet sie nächste Woche nach Zagreb in Kroatien zu ihrem ersten Grand-Prix. Hier müssen sie dann zum ersten Mal hochoffiziell die bundesdeutschen Farben vertreten. Natürlich sind an diese Premiere noch keine hohen Erwartungen geknüpft. Der Sportdirektor dazu: „Ich möchte, dass die Preisrichter sagen: ,Schaut mal, die Deutschen haben ein neues Paar, die sehen gut aus und haben Spaß am Eistanzen‘, das wäre schon ein schöner Erfolg.“ Schließlich dürften die anderen Paare über eine längere Wettkampferfahrung verfügen, denn in der Juniorenklasse kann man im Eistanz bis zum 21. Lebensjahr verweilen, bevor man dann in die Meisterklasse aufsteigt. Das ist ja gerade das schöne am Eistanzsport, dass man ihn relativ lange ausüben kann – die Top-Ten der Welt sind z.B. derzeit alle Endzwanziger oder Anfangdreißiger.

 

Natürlich freut sich auch das Team um den Dortmunder Erfolgstrainer Vitali Schulz, wenn dieser schon mit „Grummeln im Bauch“ an den Moment denkt, wenn es aus den Lautsprechern in Zagreb klingt: „Representing Germany: Saskia Brall and Tim Giesen“ und seine Schützlinge dann aufs Eis müssen - die er schon so weit nach oben gebracht hat.

 

 

 

 

 

 

 

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