Olomouc (Tschechische Republik) 21.11.2004:
Nach Eva und Pavel Roman, den ehemaligen tschechischen Eistanz-Weltmeistern aus Anfang der 60er Jahre, ist einer der bedeutendsten internationalen Eistanz-Wettbewerbe für Nachwuchssportler benannt: „Pavel-Roman-Memorial“, der nun schon im zehnten Jahr in Olomouc (deutsch: Olmütz) in der Tschechischen Republik ausgetragen wird. Alle Nachwuchs-Eistänzer aus ganz Europa, die in der jungen 2004/2005 Wintersaison erstmals ihre Kräfte messen wollten, trafen sich in der kleinen, 270 km östlich von Prag gelegenen Universitätsstadt in Mähren. Ein riesiges Feld von 23 Nachwuchs-Eistanzpaaren u.a. aus Deutschland, Estland, Russland, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Weißrussland usw. im Nachwuchsalter bis max. 17 Jahren trugen hier einen internationalen Spitzen-Wettbewerb aus. Sieger wurden klar die NRW-Hoffnungsträger vom Neusser Schlittschuh-Klub: Saskia Brall und Tim Giesen.

Die amtierenden Deutschen Nachwuchs-Meister Saskia Brall und Tim Giesen
vom Neusser Schlittschuh-Klub e.V. (NSK) sahen diesen Wettbewerb primär als
Vorbereitung auf die nächste Deutsche Nachwuchs-Meisterschaft, die in drei
Wochen vom 8.-12. Dezember in Oberstdorf stattfinden wird, denn da wollen
die beiden natürlich erneut zum Deutschen Meistertitel greifen.
Brall/Giesen hatten sich seit dem Ende der letzten Eislauf-Saison
intensiv vorbereitet: Täglich trainieren die beiden nach der Schule im
Landeseissport-Leistungszentrum in Dortmund. In den großen Schulferien - wo
andere Gleichaltrige max. an „Sahneeis am Strand“ und nicht von
kalten Eishallen träumen - trainierten die beiden dann intensiv in Prag.
Neben dem mitgereisten Hometrainer Vitali Schulz vom Dortmunder
Olympiastützpunkt wurde in den Trainingswochen in Prag unter dem international
renommierten Choreographietrainer Rostislav Sinitsyn speziell die neue Kür
entwickelt, die zur Filmmusik von „Matrix“ gelaufen wird. Vitali Schulz:
„Zur Matrix-Musik sind schon Weltspitzenpaare gelaufen, es ist daher eine
besondere Herausforderung, um als Nachwuchspaar mit dieser anspruchsvollen,
tempostarken und abwechslungsreichen Musik überhaupt punkten zu können“. Ein
besonderes Augenmerk wurde auch in die neuen Kürkostüme gesteckt, die ein
futuristisches Outfit zeigen.
In Olomouc konnten Saskia Brall und Tim Giesen schon beim Training am
letzten Freitag überzeugen, denn da zeigten sie schon den beobachtenden
Preisrichtern ihre eistänzerische Kompetenz. Am Samstag, beim ersten Pflichttanz
dann, einem Walzer, lagen sie schon vor einem estischen und einem tschechischen
Paar klar auf Rang eins. Der zweite Pflichttanz war ein Tango, der diese
Vorbewertung bestätigte – aber beim Eislaufen ist nichts sicher, es musste erst
die alles entscheidende Kür am Sonntag abgewartet werden. Um 11:10 Uhr am
21.11.2004 war es dann soweit, der Kürwettbewerb stand auf dem Programm. Bei
Saskia + Tim klappte die letzte Hebung nicht, man musste improvisieren …. und so
etwas gibt normal Punkteabzug. Aber auch das verfolgende tschechische Paar hatte
Pech und musste eine Pirouette auslassen und dem estnischen Paar fehlten
wichtige Schrittkombinationen in der Kür. Es wurde in Olomouc noch nach dem
alten 6:0-Wertungssystem gearbeitet und die Wertungen bis hoch auf 4,5 waren
sogar sensationell gut für ein Nachwuchseistanzpaar und mit klaren
Punktabstand errangen die NSK-Sportler Saskia Brall und Tim Giesen den Sieg.
Erstmals mussten die beiden nun als Sieger eines internationalen
Wettbewerbes auch beim Schaulaufen auftreten – aber damit haben die beiden ja
keine Probleme, denn auch in Neuss müssen die vor vollen Zuschauerrängen laufen,
u.a. beim nächsten NSK-Weihnachtsmärchen. Nun folgte Sonntagabend noch vor der
Heimreise der große Galaempfang im traditionellen Stil, für den der
Wettbewerb in Olomouc international bekannt ist. Hier muss der 16-jährige
Tim Giesen dann sogar mit Anzug und Krawatte oder Fliege antreten und beim
Parketttanz mit seiner 14-jährigen Partnerin Saskia Brall brillieren – beides mögen die beiden Youngster aber
eigentlich nicht so richtig.
"Für das Paar Brall/Giesen war es eine Standortbestimmung, denn der
Vergleich mit den anderen europäischen Paaren kannten wir ja nicht“ meint der
engagierte Trainer Vitali Schulz aus Dortmund. Nach der Deutschen Meisterschaft
will Vitali Schulz sein Paradepaar schon in der nächst höheren Junioren-Klasse
antreten lassen. Nur da müssen die beiden sich dann wohl von unten an sich erst
wieder hocharbeiten.
Die Eltern Giesen konnten leider den Wettbewerb in Olomouc nicht live miterleben, da sie stattdessen verantwortlich in der Neusser Eissporthalle die letzte Ablaufprobe für das Eismärchen „Peterchens-Mondfahrt“ leiteten, das ja schon in einer Woche Premiere haben wird. Man war aber Dank der modernen Handy-Technik laufend auch mit einem Ohr in Olomouc.
Ein besonderes Schmankerl für alle Neusser:
Saskia Brall und Tim Giesen zeigen ihre diesjährige Kür zur Matrix-Musik
in der Rolle als „Windliesel und Sturmriese“ bei allen Vorstellungen im
„Peterchens-Mondfahrt“-Weihnachtsmärchen auf dem Eis in der Neusser
Eissporthalle.
Leider sind diese Märchen-Vorstellungen schon fast alle ausverkauft, es gibt nur noch Eintrittskarten für die zusätzlich aufgenommene Sonderveranstaltung am Samstag, den 18.12. um 20:00 Uhr (bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet unter www.NSK-Neuss.de).