Dritter Platz für Neusser Eistanzpaar beim internationalen Eislauf-Wettbewerb in Wien . . .

23.2.2004: Das NRW-Nachwuchs-Eistanzpaar Saskia Brall und Tim Giesen – die gerade erst im letzten Dezember zu den neuen Deutschen Nachwuchsmeistern gekürt worden waren - wollten in Wien beim traditionellen Helmut-Seibt-Memorial-Wettbewerb ihre Klasse nun auch international unter Beweis stellen. Trotz etwas Pech, schaffte man die Bronze-Medaille – war aber trotzdem etwas enttäuscht.

Schon seit vielen Jahren gehört der Helmut-Seibt-Memorial-Pokal in Wien zu den wichtigsten europäischen Vergleichswettkämpfen im Eiskunstlauf und Eistanz. Da es in dieser Nachwuchsklasse noch keine Europameisterschaft gibt, ist dieser Pokal-Wettbewerb in Wien quasi zur indirekten Nachwuchs-EM avanciert. Über 300 Eiskunstläufer und 23 Eistanzpaare aus insgesamt 18 Nationen hatten diesmal für Wien (20.-22.Febr.)  gemeldet.

 

Diesmal auch mit dabei: Tim Giesen, 15-jähriger Eistanz-Sportler des Neusser Schlittschuh-Klub (NSK), Quirinus-Gymnasiast aus Neuss und seine 13-jährige Partnerin Saskia Brall aus Menden b. Iserlohn. Nach dem Sieg bei der letzten Deutschen Nachwuchsmeisterschaft wollten die Beiden nun auch international ganz vorne mitspielen.

 

Nach der Auslosung des ersten Pflichttanzes, des „14er Marsch“, zogen Saskia Brall und Tim Giesen aber schon lange Gesichter, denn dieser Pflichttanz „liegt“ ihnen einfach überhaupt nicht, sie mögen ihn nicht besonders und hatten sich im Training auf alles vorbereitet, nur auf keinen „14er“. So kam, was kommen musste: sie waren nervös, die Elemente wurden nicht ganz sauber gezeigt und sie landeten dann in der Bewertung nur auf dem undankbaren 4. Platz.  Eine Preisrichter-Entscheidung die man so akzeptieren konnte. Beim zweiten Pflichttanz, dem „Europäischen Walzer“, zeigten Sie aber dann ihre ganze Klasse: saubere Technik, korrekte Darbietung und das fachkundige Publikum in Wien zollte dieser hervorragenden Leistung viel Applaus. Der „Schock“ kam dann, als die Preisrichter aus ihrem Nummernkasten die Bewertung zogen: Brall-Giesen wurden weiterhin nur auf dem 4. Platz gesetzt. „Leider eine häufig zu beobachtende Verfahrensweise im Eiskunstlaufen“, hieß es dazu aus Fachkreisen, die anderen Eistanzpaare sind schon „länger im Geschäft“ und den internationalen Preisrichtern daher schon lange bekannt und es muss schon etwas Ungewöhnliches geschehen, um an der einmal festgezurrten Reihenfolge noch etwas ändern zu können. Saskia Brall und Tim Giesen motivierten sich  dann gegenseitig und  waren überzeugt, es nun in der entscheidenden Kür am Folgetag besser machen zu können.

 

Mit einer Super-Top-Leistung beendeten dann die NRW-Hoffnungsträger im Eistanzen den Kürwettbewerb am folgenden Tag. Sie liefen die beste Kür - ein russischer Zigeuner-Walzer zur Musik "Schwarze Augen". Nach dieser hervorragenden Leistung kamen dann nur noch ein paar bange Minuten: wie schneiden jetzt die Wettbewerber ab? Die stürzten dann sogar noch, zeigten nicht ihr ganzes Können und bekamen schlechtere Bewertungen. Aber so ist es nun einmal im Eissport, aufgrund der schlechten Vorplatzierung reichte es für Saskia Brall und Tim Giesen in  der Gesamtplatzierung „nur“ zu einem 3. Platz.

 

Zum Eislauf-Saisonschluss geht es jetzt für die beiden Schlag-auf-Schlag weiter: NRW-Meisterschaft in Essen, dann zum internationalen Isar-Pokal nach München und zum Schluss zur Deutschen Jugendmeisterschaft, die diesmal nach der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft auch in Dortmund stattfindet. Hier wollen Saskia Brall und Tim Giesen den ersten Platz aus Oberstdorf von der Deutschen Nachwuchsmeisterschaft erfolgreich verteidigen.

 

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