8.12.2003: Am letzten Wochendende (5.-7.12.03) fand in der italienischen Schweiz, in Bellinzona, einer der letzten großen Eistanz-Wettbewerbe statt - bevor jetzt überall erst einmal die nationalen Meisterschaften stattfinden. Also trafen sich an diesem Wochenende die besten Nachwuchs-Eistanzpaare in der Schweiz - um ihren Trainingsstand vorher nochmals zu vergleichen.
Auch das Neusser/Iserlohner-Nachwuchs-Eistanzpaar Saskia Brall und Tim Giesen reisten in die Süd-Schweiz, denn man hat das Ziel, dieses Jahr bei den Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften nächste Woche in Oberstdorf um die vorderen Plätze mitzukämpfen.
Nach dem intensiven Sommertraining in Sofia in diesem Jahr musste Tim Giesen leider wochenlang mit dem Training pausieren, da er sich eine schmerzhafte Entzündung im Knie zugelegt hatte. Erst in den letzten 3 Wochen konnten Saskia Brall und Tim Giesen daher wieder richtig trainieren. Mehrere internationale Wettbewerbe mussten in dieser Saison schon abgesagt werden und Bellinzona war somit für unser Nachwuchs-Eistanzpaar erst der erste richtige Wettbewerb dieser Saison.

Beim Pflichttanz - einem Rocker-Foxtrott - lag unser Neusser/Iserlohner-Nachwuchs-Eistanzpaar mit ganz geringem Abstand zum erstplatzierten Paar Tanja Kolbe und Paul Boll aus Berlin auf einem sehr guten zweiten Platz. Beim Kür-Training munkelte man schon, dass Saskia Brall und Tim Giesen in der anschließenden Kür sogar große Chancen hätten, die Berliner zu schlagen. Die Kür von Saskia Brall und Tim Giesen ist in dieser Saison ein russischer Zigeuner-Walzer zur Musik "Schwarze Augen" in der Interpretation von André Rieu. Eine richtige "Gewinner-Kür" wie Vitali Schul, der NRW-Eistanz-Landestrainer aus dem Olympia-Stützpunkt Dortmund meinte, wo ja Saskia Brall und Tim Giesen mindestens 5 Tage pro Woche mehrere Stunden trainieren.

Aber bei der anschließenden Kür zeigte sich die fehlende Wettkampf-Erfahrung in dieser Saison: Zu Beginn der Kür stürzte Saskia ganz unglücklich und die beiden brauchten fast die halbe Kür, um wieder richtig zusammen zu laufen. Saskia war kreidebleich und meinte hinterher: "Ich hatte nach dem Sturz einen richtigen Blackout - ich kann mich erst wider richtig erinnern, als unsere Kür schon fast zu Ende war". Durch diesen Sturz - der ja im Eistanz besonders arg "bestraft" wird - rutschten dann Natalie Uhlig und Jan Hübner (ebenfalls aus Berlin) in einer äußerst knappen 2:1-Entscheidung noch an Saskia und Tim vorbei. Eigentlich war der resultierende dritte Platz in diesem starken internationalen Feld ein gutes Ergebnis - aber Saskia und Tim sah man doch die herbe Enttäuschung an.

Vitali Schulz, NRW-Landestainer von Brall/Giesen meinte hinterher: "Die beiden müssen noch lernen, nach einem möglichen Sturz wieder schneller zueinander zu finden und die Kür dann mit Ausdruck weiterzulaufen" - aber dazu braucht man eben mehr Wettkampferfahrung, denn selbst unser derzeitiges deutsches Top-Eistanzpaar Winkler/Lohse sind durch solche unvorhergesehen Stürze ja in dieser Saison auch immer wieder zurückgefallen.

NRW war stark in Bellinzona vertreten, mit einem gecharterten Kleinbus ist man am Freitag ca. 10 Stunden in die verschneite Süd-Schweiz gefahren und am Sonntag, nach der Siegerehrung wieder zurück - so ist eben das "normale" Wochenende eines Eisläufers. Nun muss der Neusser Quirinus-Schüler erst einmal die nächsten 4,5 Tage die anstehenden Klausuren und Arbeiten absolvieren, täglich dann in Dortmund trainieren - denn am nächsten Wochenende geht es nach Oberstdorf, zur Deutschen Nachwuchs-Meisterschaft und dort wollen die beiden diesmal noch höher "abräumen".

NRW war stark vertreten,
v.l.n.r.: Saskia Brall & Tim Giesen,
Theresa Schmidt &
Christian Nüchtern,
NRW-Eistanz-Landestrainer Vitali Schulz
Carolina
& Daniel Herrmann - Juniorenklasse